Eine Frage des Ohrenblickwinkels

Ohrenblicker steht im Wasser, blickt aufs Meer und macht WellenSchon Buddha behauptete, dass die Welt ein Produkt unseres Geistes sei. Wir Menschen neigen dazu, solche Weisheiten zu verdrängen und halten unsere Wahrnehmung für die Realität. Die schwedische Philosophin Pippi Langstrumpf bleibt da weit weniger passiv: "Ich mach' mir die Welt, wie sie mir gefällt!"

Mit meinem Audio-Projekt Ohrenblicke bringe ich dir meine ganz subjektive Betrachtung der Welt nahe und zwar durch die Ohren! Bilder und Videos zeigen immer nur einen Ausschnitt, ein Fenster, durch das du einen Blick erhaschen kannst. Mit Geräuschen, Tönen und Klängen hole ich dich hingegen ganz in meine Welt und führe dich durch meine Erinnerungen, Reiseerlebnisse und Gedankenwelten – mal ernsthaft, mal philosophisch, mal satirisch, mal pippilangstrumpfig. Willkommen im audiotischen Sektor!

» Alle Ohrenblicke-Folgen im Überblick

Erinnerungsfrischhalter – oder: Mein Australien-Hörbuchprojekt

17. September 2014 | Kategorie: LESEN

Im Jahr 2006, das Jahr des deutschen Fußballsommermärchens, dessen Happy End erst acht Jahre später in Brasilien mit dem Weltmeistertitel besiegelt werden sollte, startete ich den Ohrenblicke-Podcast und nannte eine meiner ersten Folgen „Verblassende Erinnerungen und bescheuerte Vögel“. Bescheuerte Vögel sollten mir in den Jahren danach noch so einige begegnen, während die Erinnerungen an vergangene Reisen und Erlebnisse weiter verblassten und deren Farben von mir durch die ein oder andere Ohrenblickefolge wieder aufgefrischt wurden.

Vor ziemlich genau 12 Jahren, nämlich am 25. September 2002 landete unser Flieger in Sydney. Das kann ich heute noch nachlesen, sowohl in unserem Reisetagebuch, das sich langsam in seine Einzelteile auflöst, als auch in unserer ersten E-Mail aus Australien an die Heimat: unserem Newsletter „Neues aus Tralien“, der die Daheimgebliebenen regelmäßig über unsere Abenteuer auf dem Laufenden hielt.

So fühlt sich Freiheit an

So fühlt sich Freiheit an – Grampians Nationalpark in Victoria

Da mein Hirn aufgrund des fortschreitenden Alters nicht mehr der zuverlässigste Speicher für alte Reiseerinnerungen ist, bin ich sehr dankbar über diese Dokumente, die helfen, die Erlebnisse aus dem spannensten Jahr meines Lebens frisch zu halten. Daneben gibt es natürlich die Ohrenblicke, Tonaufnahmen, die ich während der Reise gemacht habe und die ich hier und da in unterschiedlichen Folgen meines Ohrenblicke-Podcasts in ein Kopfkino verwandelt habe, sowie jede Menge Dias (liebe Kinder, fragt einfach eure Eltern, was das ist!) Letzteren wurde ein Schicksal zuteil, das wohl die meisten ihrer Artgenossen trifft: Sie lagern in Magazinen verstaut in einer dunklen Kammer und werden nur alle paar Jubeljahre mal hervorgekramt, um ein wenig Nostalgie und Fernweh an die Raufasertapete zu zaubern. Einem größeren Publikum blieben sie aber bislang verwehrt, da ich mich vor der Mammutaufgabe, aus mehreren Tausend Bildern die schönsten herauszusuchen und daraus eine Show von zumutbarer Dauer zu gestalten, bislang erfolgreich gedrückt habe. Dann gibt es noch vereinzelte Reiseerzählungen, die ich in den Jahren danach geschrieben habe. Auch diese lagern auf meiner Festplatte, wurden teilweise im Podcast, an Lagerfeuern und auf Bühnen erzählt und immer wieder tauchte die Frage auf: Gibt’s die auch als Hörbuch? Nein, gibt es nicht!

Bild von Helene (9 Jahre). Oben: Australien pur! Unten: Ohrenblicker bei der Auberginenernte. Links: Zwei halbverhungerte Pferde auf dem Bush-Camp Glen Erin.

Bild von Helene (9 Jahre)
Oben: Australien pur!
Unten: Ohrenblicker bei der Auberginenernte.
Links: Zwei halbverhungerte Pferde auf dem Bush-Camp Glen Erin.

Bis jetzt.

Doch das möchte ich ändern! Neben den Geschichten und Anekdoten, die ich schon vor Jahren aufgeschrieben habe, wird es weitere Reiseerzählungen geben, an denen ich gerade mit Hilfe der oben aufgeführten Gedächtnisfrischhalter feile und die ich zu einem zweistündigen Hörbuch verarbeiten möchte. Nach den Australien-Hörreisen im Ohrenblicke-Podcast und dem Live-Hörspiel „Das Schweigen der Unsichtbaren“, das uns noch letztes Jahr in ein fiktives Australien entführte, soll diese auditive und autobiographische Australienreise den vorläufigen Abschluss meiner „australischen Phase“ bilden. 12 Jahre sind eine schöne Zeitspanne, um mich auch mal selbst zu fragen, wie mich dieses Jahr geprägt hat und inwieweit das Thema Australien in meinem jetzigen Leben, in dem sich gerade viel verändert, noch eine Rolle spielt.

Da ich eine Lesetour durch ganz Deutschland plane (Veranstalter können sich gerne an mich wenden), möchte ich meinen Zuhörern auch etwas Greifbares zum Mitnehmen bieten, eine Hörbuch-CD! Die Audioproduktion kann ich selber stemmen, aber die Pressung, die Grafik und der Druck kosten Geld, das ich nicht habe. Daher habe ich ein Crowdfunding-Projekt gestartet, das bereits sehr gut angelaufen ist. Ab sofort könnt ihr die Doppel-CD, den MP3-Download oder eine andere „Belohnung“ vorbestellen und damit das Projekt unterstützen. Ich werde mich dann anstrengen, dass alles pünktlich unter dem Tannenbaum liegt (ja, so lange ist es wirklich nicht mehr hin!)

Alle Infos findet ihr auf meiner Projektseite auf der Plattform crowdfans.de. Ich würde mich freuen, wenn ihr die Aktion unterstützt, um mit mir noch einmal in das Australien meiner Erinnerungen zu reisen!

Für Menschen aus Köln und Umgebung: Am Sonntag, den 5. Oktober lese ich aus meinen Australiengeschichten im Kulturbunker. Mit im Reisegepäck ist meine Ukulele und ein paar Lieder. Der Beginn ist 18 Uhr. Ich würde mich freuen, wenn ihr dabei seid!

Seifenblasen – Diesmal fange ich Augenblicke!

11. August 2014 | Kategorie: LESEN

Ach du großes Ohr, ist es wirklich schon August? Da passt man mal nicht auf und schon ist man wieder ein halbes Jahr älter! Um mir und euch alle Ausreden, weshalb die angekündigte Ohrenblicke-Folge immer noch nicht erschienen ist, zu ersparen, komme ich sofort zur Sache:

Ich habe eine Aktion gestartet. Und es ist eine für einen Ohrenblicker ungewöhnlich geräuschlose Aktion: Es geht um Seifenblasen! So ganz geräuschlos wird es natürlich nicht, denn ich habe auf Wunsch einer lieben Freundin ein Lied über Seifenblasen geschrieben mit dem Titel “Träume wollen fliegen”. Klingt sentimental, ist es auch und soll auch so sein! Zu diesem Lied möchte ich ein Video zusammenschneiden mit euren Beiträgen: Filmt euch, eure Kinder, Freunde, Haustiere etc. beim Seifenblasenpusten und schickt mir das Video. Die schönsten Aufnahmen erscheinen dann in dem Video zum Song auf YouTube oder anderen Videoportalen.
 
Hier noch mal alle Infos in Kürze:

  1. Filmt Menschen beim Seifenblasenpusten!
  2. Die Stimmung sollte positiv sein. Lächelnde Gesichter, schöne Kulissen (am besten in freier Natur) und fröhliche Menschen sind absolut erwünscht!
  3. Ihr braucht keine Profikamera, nehmt das, was ihr habt, und wenn es euer Smartphone ist. Man sollte natürlich was erkennen können. Wählt, wenn’s geht, die bestmögliche Auflösung eurer Kamera und ein 16:9-Format.
  4. Das Video sollte nicht länger als 30 Sekunden sein. Ich nehme eh nur kurze Ausschnitte, denn ich möchte ja möglichst viele davon unterbringen und der Song ist nur 4 Minuten lang. :-)
  5. Schickt mir das Video nicht per Mail, sondern ladet es irgendwo hoch, z.B. bei wetransfer und schickt den Link an: seifenblasen(at)ohrenblicke.de!
  6. Mit der Teilnahme erklärt ihr euch damit einverstanden, dass euer Bildmaterial im Musikvideo zu “Träume wollen fliegen” (und nur in diesem) verwendet wird. Fragt unbedingt die Menschen, die ihr filmt, um Erlaubnis!
  7. Nennt mir euren Namen und die der gefilmten Menschen für den Abspann und den Ort, an dem ihr die Aufnahme gemacht habt.
  8. Einsendeschluss ist Sonntag, der 14. September 2014.
  9. Teilt den Videoaufruf (s.u.) auf Facebook, Twitter, in euerm Blog etc. und macht die Aktion bekannt!
  10. Habt Spaß!

 
Ich freue mich auf eure Beiträge!

Euer Ohrenblicker

Neues Jahr mit neuen Ohrenblicken

12. Januar 2014 | Kategorie: LESEN

Nun gibt’s kein Zurück mehr: Das Jahr 2014 hat uns eingeholt und die Statistiker unter uns ziehen noch einmal Bilanz und rechnen die Anzahl der Ohrenblicke-Folgen im Jahr 2013 aus: Ähm, nun ja, eine war’s, aber immerhin eine mehr als 2012. Ich halte nichts von guten Vorsätzen zum neuen Jahr, daher habe ich mir gar nicht erst vorgenommen, 2014 mehr zu bloggen und zu podcasten, sondern mache es einfach!

Für 2014 steht schon eine Menge auf dem Plan und es ging auch gleich sehr ohrig los, denn ich war am 1. Januar zusammen mit Jana vom Formatgeber Verlag und meiner Ukulele zu Gast bei radioeins vom RBB. Dort haben wir unseren neuen Slopinsky-Kalender vorgestellt und ich durfte auch zwei Liedchen singen. Die Jungs von radioeins haben uns freundlicherweise erlaubt, den Mitschnitt zu veröffentlichen:

Noch im Januar gibt es die erste Ohrenblicke-Ukulesung zu erleben und zwar in Güstrow in Mecklenburg-Vorpommern. Dort werde ich ein paar meiner Australien-Erinnerungen vortragen, Ukulele spielen und in Nostalgie schwelgen. Wer mitschwelgen will, sollte sich am 24. Januar 2014 aufmachen zur Uwe-Johnson-Bibliothek! Wem das zu weit ist oder wer Güstrow auf der Karte nicht findet, es wird sicher nicht die einzige Lesung in diesem Jahr sein!

Eine weitere Ohrenblicke-Folge ist auch geplant und wird genau dann veröffentlicht, wenn ihr am wenigsten damit rechnet. Das Jahr soll schließlich spannend bleiben. :-)

Man hört sich!

Euer Ohrenblicker

Der Unsichtbare bricht sein Schweigen

27. Oktober 2013 | Kategorie: HÖREN, Ohrenblicke

Der Ohrenblicke-Podcast meldet sich nach zwei Jahren Pause endlich wieder zurück! Und in dieser Zeit ist eine Menge geschehen. In dieser Folge berichte ich ausführlich vom Live-Hörspiel “Das Schweigen der Unsichtbaren“, das ich zusammen mit Tom Funker im Juli dieses Jahres erneut aufgeführt habe und es gibt ein paar Ausschnitte zu hören.

Außerdem erfahrt ihr, warum ich über das Schicksal des Privatdetektivs Robert Slopinsky bestimmen darf und was eine Kalender-Soap ist. Dann verlose ich auch noch zwei Exemplare des “Kalenders von Slopinsky 2014“. In der Rubrik “Audiotisches” hört ihr einen Ausschnitt aus meinem Gespräch mit Brigitte Hagedorn über Das Schweigen der Unsichtbaren und erfahrt nicht zuletzt, was man mit Kaffeemühlen, Fahrradschläuchen und Abflussrohren so alles anstellen kann.

Das Schweigen der Unsichtbaren - Live-Hörspiel

Das Schweigen der Unsichtbaren – audiotische Momente auf der Bühne!

Und da habe ich doch glatt was vergessen:
Der Einsendeschluss zum Slopinsky-Gewinnspiel ist der 15. November 2013!

Weitere Links zur Folge

Die Musik, die nicht von mir stammt, ist von
No Más – La Banda (Yerba Buena)
The Wavers (Three Minutes To Escape)

Die Stimme der freundlichen Schwäbin im Prolog kommt von Mica Wanner, die der Radio-Reporterin von Dagmar Bittner.

Das Kinderhörspiel “Vom Kleinen Elefanten Bippo, der ganz einsam war
Die Ohrenblicke-Folge “Die Stimmen der Unsichtbaren” von 2007
Robert Slopinsky auf Facebook und Twitter
Ohrenblicke auf Facebook und Twitter

Adresse für Feedback und Gewinnspiel (Einsendeschluss s.o.):
post (at) ohrenblicke.de

Kein “Quietsch, Quietsch, Bumm!” ohne “Schnörk, Schnörk!”

1. Oktober 2013 | Kategorie: LESEN

Juni 2013. Ein Mensch mit großen Ohren und glasigen Augen sitzt im Schein einer trüben Funzel vor seinem Computerbildschirm und klickt mit der Maus die letzten Dynamikzeichen zwischen die Notensysteme. Am oberen Bildschirmrand prangt in großen Lettern die Überschrift “Grau ist die Elefantenhaut”, darunter in kleinerer Schrift “1. Trompete”. Leere und halbausgetrunkene Kaffeetassen stehen auf dem Schreibtisch, dazwischen ausgedruckte Notenblätter mit Kritzeleien und Eselsohren. Der Mensch wirkt abgespannt, aber zufrieden, speichert, gähnt und schließt das Musikprogramm.

Schnitt.

Hörspielschritte

Der Hörspielschrittmacher, oder: Warum liegt hier eigentlich Stroh?

Einen Monat zuvor. Derselbe Mensch sitzt, die Ohren diesmal unter einem großen Kopfhörer versteckt, in einer Kabine und trägt zwei verschiedene Schuhe, mit denen er auf einer Steinplatte herumtrippelt. Die Fragen “Was macht der da?” und “Warum liegt hier eigentlich Stroh?” schießen dem unbedarften Zuschauer durch den Kopf. Die Kamera fährt zurück, ein Mikrofon kommt ins Bild und nun wird klar: Dieser Mensch nimmt Schritte auf! Schritte auf Steinboden, Schritte auf Schotter und das Klopfen mit einem merkwürdigen, gefüllten Stoffbeutel auf mit Stroh bedecktem Untergrund. Vielleicht die Schritte eines großen Tieres? Nun sieht man den Menschen sich einen abgeschnittenen und viel zu kleinen Damenstiefel überstreifen. In der rechten Hand einen Schraubenzieher umklammernd klopft er mit Stiefel und Schraubenzieher einen holpernden Rhythmus auf die Steinplatte: “Klack, klack, tack! Klack, klack, tack!”

Schnitt.

Drei Monate später. Der Ohrenmensch sitzt wieder vor seinem Bildschirm, aus dem Lautsprechern dringt das schon gehörte “Klack, klack, tack!”, dazu Slapstick-Musik und eine schrille Stimme: “Hilfe, ein Monster, Polizei!” Eine alte Dame mit Krückstock auf der Flucht vor einem Ungeheuer?
Der Mensch nickt zufrieden und nimmt einen Schluck aus seiner Kaffeetasse …

Eine Hörspiel-Community und ein kleiner Elefant

So könnte es aussehen, hätte man die Entstehung des Kinderhörspiels “Vom kleinen Elefanten Bippo, der ganz einsam war” mit der Kamera dokumentiert, und vielleicht hast du mich schon erkannt, wie ich im Ohrenblicke-Studio sitze und mich der Musik, dem Sounddesign und der Mischung widme. Die Geschichte vom kleinen Elefanten Bippo wurde von Dagmar Bittner und Sigi Wekerle zusammen mit Kindern entwickelt und im Forum des Hörspielprojekts umgesetzt. Das ist eine bunt gemischte Community von Hörspielmachern vom Amateur bis zum Profi und ein kreativer Haufen von Menschen, die man nicht mehr missen möchte, wenn man sie mal näher kennengelernt hat. So gibt es neben dem Forum jährlich ein großes Treffen irgendwo in der Mitte Deutschlands mit Workshops, Live-Darbietungen und Party bis zum Morgengrauen. Auf dem diesjährigen IHW (dem “Internationalen Hörtalk-Wochenende”) in Thüringen wurde dann auch das Elefantenhörspiel erstmals vorgestellt und es war schön zu beobachten, wie erwachsene Menschen wieder zu Kindern wurden und mit leuchtenden Augen den Erlebnissen des kleinen Elefanten lauschten.

Kinderlied mit Balkan-Brass und Walross-Chor

Doch vor der Fertigstellung des Hörspiels “Vom kleinen Elefanten Bippo, der ganz einsam war” lag ein weiter Weg. Ursprünglich wollte ich nur den Erzählerpart sprechen. Später dann kam die Idee auf, ich könne ja noch einen passenden Song für die Elefantenband aus der Geschichte produzieren, mit echten Blasinstrumenten und mit Balkan-Einflüssen. Schließlich ist die Blasmusik aus dieser Region im Gegensatz zur deutschen Umbta-Umbta-Musik wesentlich temperamentvoller und anarchischer, was zu der verrückten Geschichte wundervoll passt. Und lieblose Kinderlieder von der Stange gibt es ja schon zur Genüge. Also, Text geschrieben, Musik komponiert und arrangiert, Noten für die Bläser gemacht, Trompeter und Posaunisten aufgenommen, selbst zum Saxophon und zur Ukulele gegriffen und einen flotten Elefantensong gebastelt, dem Mica Wanner ihre bezaubernde Stimme geliehen hat. Dass der Song dann fast länger geworden wäre als das Hörspiel, war mehr ein Versehen als beabsichtigt. Dennoch hatte mir die Community nach der Vorpremiere strikt verboten, das Lied zu kürzen, insbesondere der wodkagetränkte Walross-Chor, bei dem mich Markus Raab gesanglich unterstützte und der mit der Elefantengeschichte so rein gar nichts zu tun hat, fand zahlreiche Fans. Einzig für das Bonusmaterial habe ich noch zwei kürzere Fassungen gebastelt.

Gerümpel, Schotter, Vollkorntoast

Auch nicht so recht beabsichtigt war meine Arbeit am Sounddesign. Leider war es so, dass der arme kleine Bippo niemanden mehr hatte, der sein Hörspiel fertigstellen wollte. Ich konnte seine traurigen Augen nicht länger ertragen und so habe ich mich bereit erklärt, die Produktion zu übernehmen, die zu diesem Zeitpunkt schon weit fortgeschritten schien. Leider hatte mein Vorgänger eine andere Software benutzt und die exportierten Audio-Dateien, die ich bekommen hatte, mussten erst mal in eine Struktur gebracht werden, mit der ich weiterarbeiten konnte. Das sah nach einem Haufen Arbeit aus, die sich vor allem auf ermüdendes Rekonstruieren beschränkte und wenig kreativ war. So fasste ich den Entschluss, mir die nackten Dialoge zu schnappen und das Sounddesign komplett neu zu entwerfen – auf meine Art, die leider nicht die unaufwändigste ist, mit der ich mich aber am besten identifizieren kann. Pech nur, dass der Dialog-Cutter seine Dateien bei einem Festplattencrash verloren hatte. Es war gegen Ende des letzten Jahres, als dann doch noch ein Backup des Dialogschnitts auftauchte und die Arbeit an dem Projekt fortgesetzt werden konnte.

Trampelnde und trötende Elefanten, Pferdegetrappel, ein schlurfender Wärter, eine panische Oma, zwei froschige Polizisten, Unmengen von Tierstimmen, und als Geräuschutensilien Gerümpel, Stroh, Schotter, eine quietschende Treppenleiter, ein scheppernder Wäscheständer und ein mit Mehl, Handtüchern und einer Scheibe Vollkorntoastbrot gefüllter Stoffbeutel als Elefantenfuß – es war eine anstrengende, aber nicht minder spaßige Arbeit, den Figuren Leben einzuhauchen. Bei diesem Hörspiel durfte ich eine neue Welt erschaffen, die der unsrigen nur bedingt ähnlich ist, die lauter, verspielter und verrückter ist und die ihren ganz eigenen Rhythmus hat. Die von Dagmar Bittner zum größten Teil schon vorher ausgewählte Musik ergänzte ich mit meinem Abspannsong und einem daraus entwickelten traurigen Elefantenthema und dann konnte das Ding endlich gemischt werden.

Die Geburt eines Elefanten ist anstrengend, aber wenn er dann da ist, sind alle glücklich! Und wenn du dich jetzt fragst, was die merkwürdige Überschrift bedeutet, dann hör es dir doch einfach mal an, das Hörspiel vom kleinen Elefanten Bippo, der ganz einsam war und dann weißt du auch, dass es hin und wieder auch mal ganz gut sein kann, wenn auf ein “Quietsch, Quietsch, Bumm!” kein “Schnörk, Schnörk!” folgt.

In diesem Sinne: Trööt! ♪♫

Download (Hörspiel + Extras) bei hoer-talk.de

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