Ich habe euch in der Folge 001 dazu aufgerufen, mir über Ohrenblicke aus eurem Leben zu schreiben. Es können einzigartige Klänge sein, die im Gedächtnis haften geblieben sind, es können auch ganz banale Ohrenblicke sein, die aber in eurem Leben eine wichtige Rolle spielen.

Aus euern Erzählungen und Berichten werde ich später ein kleines Hörspiel zusammenbasteln, in das alle mir geschilderten Ohrenblicke und Anekdoten einfließen sollen. Was dabei herauskommt, hängt hauptsächlich von euch ab.

Einige meiner Hörer sind meinem Aufruf gefolgt und haben mir fleißig E-Mails und Kommentare geschrieben und teilweise sogar Audiodateien geschickt. Ich möchte alle hier auflisten und diese Liste nach und nach erweitern, denn diese Aktion ist noch nicht zu Ende!

Für Niklas sind die wichtigsten Ohrenblicke die Stimmen seiner Eltern, weil sie einen vertrauten Klang haben. Oli hasst es, wenn ihn morgens sein Handy weckt und wird bei diesem Weckton auch tagsüber ganz müde. Ein ganz ausgeschlafener Typ ist Tom, der es früher immer genossen hat, wenn er seine Schwestern hörte, wie sie morgens zur Arbeit gingen und er noch ein wenig weiterschlafen durfte.

Maw erinnert sich noch gern an das Ja-Wort seiner Frau bei der Hochzeit und den ersten Schrei seines Sohnes. Holger alias MacManiac hört Tauben gar nicht gerne zu (es geht hier nicht um Gehörlose, sondern um das gleichnamige gurrende Stadtgeflügel) und hat mir sogar eine Aufnahme geschickt (vielen Dank dafür!) Rrrolf liebt den Ruf des Laughing Kookaburra (in der Höradvent-Folge durftet ihr sein hämisches Lachen bereits vernehmen, also das des Kookaburra, nicht das von Rrrolf) und glaubt, dass dieses Geräusch ein Merkmal für besonders schöne Orte ist (eine interessante Theorie, die ich in einer der nächsten Folgen wohl wiederlegen werde). Alex sammelt Klänge, die er z.B. aus alten Platten zusammenbastelt und macht Musik daraus.

Der bislang schönste Beitrag kam von Richard aus Salzburg. Er hat mir eine lange E-Mail von geradezu philosophischer Tiefe geschrieben. Er liebt die Ruhe und die Stille, die man heute leider kaum noch genießen darf. Doch Stille ist für ihn nicht gleich Stille: “Das was ich liebe ist vielmehr etwas anderes: das Rauschen der Blätter im ungleichmässigen Wind, die sanften Wellengeräusche, die sich mit dem leisen Plitschen und Platschen einzelner Tropfen vermischen, die wieder ins Wasser zurückfallen, insbesondere wenn ein Fisch springt. Ich liebe und genieße das nahezu lautlose Dahingleiten beim Segeln… – das sind meine Lieblingsohrenblicke.”

Alle, die ich vergessen habe zu erwähnen, mögen mich bitte darauf aufmerksam machen, es ist keine Absicht! Allen, die mir geschrieben haben oder noch schreiben werden, ein ganz großes DANKESCHÖN!

Und ja, bald geht es weiter. Ehrlich! Versprochen! Bis dann, und haltet immer schön die Ohren offen!

Euer Jens