Flattr-Wochen bei Ohrenblicke
18. Mai 2010 | Kategorie: LESEN
Ich bin neuen Diensten im Internet gegenüber prinzipiell skeptisch eingestellt, das ist so eine Macke von mir. Ich habe beispielsweise lange gebraucht, um Twitter richtig zu nutzen und lieben zu lernen. Doch, inzwischen mag ich diese interaktive Klatschspalte, bei der man in einem Haufen von Belanglosigkeit hin und wieder ein paar Goldstückchen findet und die in punkto Verbreitungsgeschwindigkeit von Neuigkeiten (ob wichtig oder unwichtig) neue Maßstäbe setzt.
Beim neuen Dienst Flattr möchte ich diesmal nicht zögern und bereits in der Beta-Phase mit dabei sein – auch wenn Internet-Startups mit Vokalschwund vor dem “r” und dem Namenszusatz “beta” inzwischen beinahe was Antiquiertes haben. Ich gebe zu, dass ich den Sinn hinter Flattr noch nicht so ganz verstehe: Ich zahle jeden Monat einen bestimmten Betrag, den ich auf verschiedene Betreiber von Webseiten, die mir gefallen, aufteile und kann dabei gleichzeitig meine eigene Website mit Buttons ausstatten, mit deren Hilfe andere “Flattrer” mir Geld zukommen lassen können. Ist Flattr also eine fröhliche Geldhinundherschieberei zwischen Bloggern, bei der am Ende für jeden Null rauskommt? Nicht ganz, denn die Betreiber von Flattr ziehen noch eine Gebühr von 10% ab. Aha!
Okay, wo ist der Witz an der Sache, Herr Ohrenblickr, Verzeihung, Ohrenblicker? Wie einst ein deutscher Kaiser sprach: Schaunmermal! Die lang gesuchte Möglichkeit ein Internetprojekt werbefrei zu finanzieren wird uns mit Flattr sicher nicht beschert. Aber vielleicht entstehen daraus neue Möglichkeiten, mit denen wir im Moment noch nicht rechnen. Und zumindest kann ich dann sagen: Ich war von Anfang an dabei!
Mehr über Flattr und wie auch du dabei sein kannst, erfährst du auf meiner Hilfe-Seite über Flattr. Andere Flattrer, die sich bislang geoutet haben sind u.a. Johnny Häusler von Spreeblick, Annik Rubens vom Podcast Schlaflos in München, Enno Park vom Blog YuccaTreePost und Deef Pirmasens von der Gefühlskonserve. Wenn auch du flattrst (Vokale sind echt überbewertet), dann schreib doch einen Kommentar. Vielleicht klick ich ja auf deinen Button!
Update
Flattr wird offenbar zur neuen Trendsportart, weitere Podcaster machen die Flattr: Sehr schön hat Der Dübel das Prinzip von Flattr anhand von Grillwürstchen erklärt, außerdem flattrn jetzt auch Meiky und Philipp Wimmer.




am 18. Mai 2010 um 20:10 1. Meiky schrieb …
Meine Fresse, ich hab schon versucht durchzusteigen – ich muß das nochmal lesen wenn ich nicht so abgearbeitet bin….
Hört sich an wie eine moderne Art des Kettenbriefs, aber liebevoller….
am 18. Mai 2010 um 20:13 2. Ohrenblicker schrieb …
Nee, mit Kettenbriefen hat das nichts gemein, da herrscht ja eine Hierarchie, sodass der erste das meiste Geld bekommt und die ganz unten in der Pyramide in die Röhre gucken. Bei Flattr gibst du nur denjenigen Geld, die du unterstützen willst, das ist alles frei und demokratisch.
am 18. Mai 2010 um 20:48 3. Marcel schrieb …
Hab jetzt auch mein Flattr Account, bin eigentlich auch deiner Meinung. Mal sehen was es so bringt.
am 18. Mai 2010 um 22:01 4. Stefan Salcher schrieb …
Sicher ein interessanter Service! Dadruch das man einen festen betrag zahlt, wird so mancher öfter auf den Spenden-Button klicken… nur die 10% an Flattr sind nunja…
am 19. Mai 2010 um 13:22 5. Der Dübel schrieb …
Ich hab mich grad eben auch mal für dieses Flattr angemeldet und warte nun darauf, daß ich meine Einladung bekomme. Von der Idee her klingt das ganze auf jeden Fall ganz witzig. Bin doch mal gespannt, ob es sich durchsetzt oder nur ein Windbeutel ist.
am 21. Mai 2010 um 23:29 6. Stefan Salcher schrieb …
Hmm,
sieht wohl danach aus, als ob sie genug Beta-Tester hätten… ich habe noch keine Einladung bekommen.
(Wie sieht es bei euch aus?)
am 26. Mai 2010 um 22:30 7. Der Dübel schrieb …
Mein Flattr-Button ist dann jetzt auch scharfgeschaltet. Nur mal so .. falls es jemanden interessiert … ich geh dann jetzt mal gucken ob schon einer geklickt hat …
am 27. Mai 2010 um 00:26 8. Ohrenblicker schrieb …
Ja, hat. Hab grad nachgesehen. Aber warum nur einer? Ich könnte sonst jeden Sonntag klicken.
am 27. Mai 2010 um 09:28 9. Ohrenblicker schrieb …
Ich habe noch zwei Flattr-Codes. Wer einen haben will, möge sich bei mir melden!
am 27. Mai 2010 um 13:44 10. Der Dübel schrieb …
Hab da mal was umgebastelt und ich hoffe ich habe es richtig gemacht. HTML ist echt nicht mein Ding.
Und falls die Flattr-Codes vom Jens schon weg sein sollten … ich hätte auch noch welche anzubieten.
am 28. Mai 2010 um 15:19 11. Meiky schrieb …
Ok, einen Code zum Invite hab ich jetzt eben auch noch übrig. Und ja, es macht die Runde. Mein Gefühl ist, es geht sogar schneller rum als der letzte Grippe-Virus und als es Twitter tat. Hoffen wir mal, es hat auch ein bisschen Sinn.
Ich sehe da z.B. ne Möglichkeit für die neuen Printmedien im Netz. Wenn die Tagespresse, nämlich ihre Artikel ins Netz stellt, wird ja gejammert, die Auflagen gehen zurück, aber die Onlienbezahlangebote nicht gekauft. Vielleicht wäre das mal ein Ansatz, wie man dem gegenwirken kann.
Für den Leser nur ein schneller Klick, für die Zeitung Druck richtig gut zu schreiben. Denn was ich hier gelesen habe und es war gut, flattr ich nich nochmal woanders und es bleibt mehr für mich. Schreiben alle so la la, bleibt halt weniger für den Einzelnen Verlag, weil man unbefriedigt rumklickt.
Also jetzt nur mal so hypothetisch und als Ansatz. Aber von der Grundidee nicht schlecht finde ich. Denn der Leser hätte es mit nur einem Klick erledigt. Genau das was das schnelle Netz ja schon immer simuliert (mal schnell).
Hach, ich hänge echt tief im Medienclub, wie käm ich sonst dazu so Dinge zu schreiben…
am 28. Mai 2010 um 15:20 12. Meiky schrieb …
Ach so ich vergaß, Flattr wird auf alle Fälle reich und darum bin ich jetzt am Erfinden, des nächsten Dienstes…. DENK DENK DENK….
am 28. Mai 2010 um 15:31 13. Ohrenblicker schrieb …
Die Frage ist, ob die User auch bereit sind, auf Seiten von Zeitungsverlagen den Flattr-Button zu klicken. Die TAZ nutzt Flattr ja bereits, aber bislang mit mäßigem Erfolg, so wie ich das beobachte. Ich denke aber, irgendein Bezahlsystem wird sich da schon herauskristallisieren, denn die gedruckte Zeitung wird es vielleicht irgendwann nicht mehr geben. (Wenn ich bedenke, für welche Zwecke man alte Zeitungen so nutzen kann, wird das ein großer kultureller Verlust sein.)
am 28. Mai 2010 um 16:07 14. Meiky schrieb …
Mein Uropa hat des Sommers, im Garten aus alten Zeitungen noch Klopapier geschnitten. Du hast recht, diese Varietäten der Nutzung einer Zeitung gehen verloren.
Man unkt, aus jener Zeit soll der Ausspruch stammen, einer gewissen Partei mit dieser Farbe. Wir kriegen auch ihren Ars… schwarz – hmmm. Ok, der war so bissl anders…