Nur ein Ohrenblick: Verliebte Muezzine

Muezzin-Gebetsruf in Tabarka, im Nordwesten Tunesiens. Aufgenommen im Innenhof einer kleinen Pension. Als ein zweiter Muezzin von der Nachbarmoschee in den Gesang mit einstimmt, kommt mir ein Gedanke…

Hinweis zur Aufnahme: Der Ohrenblick wurde mit dem Soundman OKM II eingefangen. Da ich mich hin und wieder bewege, verschiebt sich das Stereobild – es ist also nicht so, dass die Muezzine ihre Standorte wechseln würden. Und ja, der Tenor-Muezzin ist der gute Mann, der im Opener der „normalen“ Ohrenblicke-Folgen regelmäßig seine Stimme ertönen lässt.

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5 Kommentare zu „Nur ein Ohrenblick: Verliebte Muezzine“

  1. Hallo Jens,

    da ich jetzt in Dubai bzw. Amman bin, höre ich jeden Tag mehrmals den Muezzin.
    Auch kann ich nachempfinden, wie es damals bei Deiner Reise durch Tunesien war, da ich vor …zig Jahren mit meiner damaliegen Freundin ähnliche Eindrücke gesammelt habe.

    Es ist immer wieder ein Genuß Deine Ohrenblicke anzuhören. Sie sind abwechslungsreich, kreativ, kommunikativ, informativ und laden zu „Bilder im Kopf“ und zum Träumen ein.

    Wer macht nicht gerne Urlaub und erinnert sich an die schönsten Momente.

    Nur weiter so. Und immer viel Spaß dabei.

    Take care
    Marc

  2. Hallo Marc,

    es gibt in der Aufnahme eine kleine Passage, wo ich kurz mit meiner damaligen Freundin spreche (habe ich rausgeschnitten)und mich ärgere, dass die Leute da unten ständig reden und die Aufnahme stören – ich wollte eigentlich einen einzelnen Muezzin ohne Nebengeräusche haben, nicht mehr. Ich wusste ja auch noch nicht, dass da plötzlich ein zweiter einsteigt.

    Jetzt ärgere ich mich vor allem darüber, dass wir in die Aufnahme reingequatscht haben und ich mich bewegt habe. Die Atmosphäre in der Pension, das Schlurfen und Reden gehören einfach dazu und machen dieses „Duett“ vollständig. Aber damals habe ich auch noch nicht gewusst, was ich mit dieser Aufnahme später machen würde, es liegt ja inzwischen 9 Jahre zurück.

  3. Ich klicke mich gerade ziemlich begeistert Durch alles, was Du hier auf der Seite so versammelt hast. Toll!

    Zu den Muezzinrufen — ich kann das auch gar nicht schrecklich finden. Ist wohl alles eine Frage der Erinnerungen, die man damit verknüpft. Allerdings. Ein Freund von mir hatte mal einen Wecker, der so geweckt hat. Da hörte der Spaß für mich auf — obwohl ja gerade das eigentlich fast authentisch ist!

  4. @n.q.l.Beethoven: Das ist alles eine Sache der Betrachtung. Natürlich ist das für westliche Ohren sehr schräg klingender Gesang und zumal der zweite Muezzin seine Anlage völlig übersteuert hat, auch für „arabische Ohren“ sicher kein Wohlklang. Das gleichzeitige Singen der beiden tut sein Übriges, jeglicher Form von Klangästhetik einen Riegel vorzuschieben.

    Für mich als Ohrenblicksammler ist das jedoch eine wertvolle Aufnahme, weil sie einen einzigartigen Moment widerspiegelt, der sehr viel von der Atmosphäre dieses Ortes wiedergibt. Vielleicht ähnele ich da dem Naturforscher, der irgendein seltenes Insekt entdeckt und sich darüber freut. Inspirierend ist diese Aufnahme allemal und ich finde es manchmal ganz interessant, die Reaktionen der Hörer zu beobachten, wenn man sie mit „etwas eigenwilligen“ Klängen konfrontiert.

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