Zu meiner Folge 14 gab es eine Menge Reaktionen per E-Mail, im Forum und als Kommentar auf meiner Seite oder bei Podcast-Portalen. Dieses Feedback war zum größten Teil positiv und motivierend. Die wenigen Reaktionen, die ich als unsachlich empfand, sind quantitativ nicht der Rede wert. Trotzdem bleibt ein schaler Beigeschmack, da im Rahmen von Folge 14 Andeutungen gemacht, Gerüchte gestreut und Vorwürfe laut wurden, die ich so nicht stehen lassen möchte.

Ich bin überzeugt, dass die meisten meiner Hörer meine Folge so verstehen, wie sie gemeint ist: als vielschichtig interpretierbare Parabel über das Leben und seine Widersprüche, über Liebe, über Selbstfindung und den steinigen Weg dorthin. Oder als etwas ganz anderes, denn ich habe bewusst darauf verzichtet, den Hörern eine Botschaft aufzudrängen und viel Interpretationsspielraum gelassen. Ob mir das gelungen ist, mögen andere beurteilen. Ich hatte jedenfalls trotz der monatelangen, nervenaufreibenden Arbeit eine Menge Spaß dabei und ich bereue nichts! Non, je ne regrette rien!

Die Geschichte enthält viele Metaphern und Symbole, die manchmal überzeichnet, ins Absurde verkehrt, aber immer doch mit einer Prise Ironie versehen sind. Auch wenn ich persönliche Erfahrungen und Anspielungen auf wahre Begebenheiten mit einfließen lasse, halte ich den Versuch für gefährlich, bei jedem Bild in Folge 14 Rückschlüsse auf meine persönliche Situation zu ziehen oder die ganze Folge eins zu eins auf mein Leben zu übertragen – das kann nicht funktionieren und das ist auch nicht beabsichtigt. Noch weit weniger beabsichtigt ist es reale Personen zu diffamieren. Dies ist insofern absurd, als dass in der Geschichte bis auf eine satirisch verfremdete Rundfunkintendantin lediglich Fantasiefiguren auftauchen, die zudem stark überzeichnet sind. Hier einen Bezug zur Realität herzustellen bedeutet zu interpretieren und das ist in erster Linie subjektiv. Wer mir also niedere Beweggründe unterstellt, der erlaube mir die Frage, welche Motive ihn denn selbst bei derartigen Unterstellungen antreiben.

Das Projekt Ohrenblicke soll meine Hörer in andere Welten entführen, ein Stück meiner Lebensphilosophie widerspiegeln, es ist eine Spielwiese für mich und meine Ideen, es soll unterhalten, zum Nachdenken und natürlich zum Diskutieren anregen, auch Satire soll immer wieder ihren Platz finden, zu viel Harmonie finde ich langweilig. In meinem Projekt steckt eine Menge Herzblut, Seele und auch Selbstausbeutung. Vieles ist persönlich, was mich natürlich leicht angreifbar macht. Trotzdem ist auch Kritik immer erwünscht, wenn sie offen und konstruktiv ist. Auch mit Satire habe ich kein Problem, im Gegenteil. Lediglich moralische Zeigefinger, die bei näherer Betrachtung selbst einigen Schmutz unter den Nägeln offenbaren, die bereiten mir Bauchschmerzen.

Ich danke an dieser Stelle allen Lieblingshörern für ihr Feedback, den vielen Zuspruch, die Geschenke und Spenden und vor allem fürs Zuhören. Ihr seid großartig, fühlt euch geknutscht! Ganz besonders danke ich meiner Lieblingshörerin Eva, die mich während der Arbeit an dieser Folge immer wieder unterstützt und motiviert hat, auch wenn das nicht immer ganz so leicht war. Danke auch an Angelika, die immer ein offenes Ohr für mich hat und die mich ermutigt hat, diesen Text zu veröffentlichen.

Auf gute Wünsche zum Jahreswechsel verzichte ich an dieser Stelle, da noch eine Silvesterfolge in Vorbereitung ist. Wir hören uns!

Euer Ohrenblicker

Update 31.12.2008, 17:45 Uhr

Es wäre ja auch zu schön gewesen: Eine Folge an einem einzigen Tag aufnehmen, schneiden und online stellen, was muss das für ein Gefühl sein! In diesem Jahr werde ich das leider nicht erleben dürfen, denn die Silvesterfolge gibt es erst Neujahr – die 90 Minuten Material, die wir soeben aufgenommen haben, müssen vorher noch auf eine erträgliche Länge gekürzt werden. Somit gibt’s auch die guten Wünsche erst morgen, denn ich gehe gleich feiern.

Böllert nicht so viel!