Im Jahr 2006, das Jahr des deutschen Fußballsommermärchens, dessen Happy End erst acht Jahre später in Brasilien mit dem Weltmeistertitel besiegelt werden sollte, startete ich den Ohrenblicke-Podcast und nannte eine meiner ersten Folgen „Verblassende Erinnerungen und bescheuerte Vögel“. Bescheuerte Vögel sollten mir in den Jahren danach noch so einige begegnen, während die Erinnerungen an vergangene Reisen und Erlebnisse weiter verblassten und deren Farben von mir durch die ein oder andere Ohrenblickefolge wieder aufgefrischt wurden.

Vor ziemlich genau 12 Jahren, nämlich am 25. September 2002 landete unser Flieger in Sydney. Das kann ich heute noch nachlesen, sowohl in unserem Reisetagebuch, das sich langsam in seine Einzelteile auflöst, als auch in unserer ersten E-Mail aus Australien an die Heimat: unserem Newsletter „Neues aus Tralien“, der die Daheimgebliebenen regelmäßig über unsere Abenteuer auf dem Laufenden hielt.

So fühlt sich Freiheit an

So fühlt sich Freiheit an – Grampians Nationalpark in Victoria

Da mein Hirn aufgrund des fortschreitenden Alters nicht mehr der zuverlässigste Speicher für alte Reiseerinnerungen ist, bin ich sehr dankbar über diese Dokumente, die helfen, die Erlebnisse aus dem spannensten Jahr meines Lebens frisch zu halten. Daneben gibt es natürlich die Ohrenblicke, Tonaufnahmen, die ich während der Reise gemacht habe und die ich hier und da in unterschiedlichen Folgen meines Ohrenblicke-Podcasts in ein Kopfkino verwandelt habe, sowie jede Menge Dias (liebe Kinder, fragt einfach eure Eltern, was das ist!) Letzteren wurde ein Schicksal zuteil, das wohl die meisten ihrer Artgenossen trifft: Sie lagern in Magazinen verstaut in einer dunklen Kammer und werden nur alle paar Jubeljahre mal hervorgekramt, um ein wenig Nostalgie und Fernweh an die Raufasertapete zu zaubern. Einem größeren Publikum blieben sie aber bislang verwehrt, da ich mich vor der Mammutaufgabe, aus mehreren Tausend Bildern die schönsten herauszusuchen und daraus eine Show von zumutbarer Dauer zu gestalten, bislang erfolgreich gedrückt habe. Dann gibt es noch vereinzelte Reiseerzählungen, die ich in den Jahren danach geschrieben habe. Auch diese lagern auf meiner Festplatte, wurden teilweise im Podcast, an Lagerfeuern und auf Bühnen erzählt und immer wieder tauchte die Frage auf: Gibt’s die auch als Hörbuch? Nein, gibt es nicht!

Bild von Helene (9 Jahre). Oben: Australien pur! Unten: Ohrenblicker bei der Auberginenernte. Links: Zwei halbverhungerte Pferde auf dem Bush-Camp Glen Erin.

Bild von Helene (9 Jahre)
Oben: Australien pur!
Unten: Ohrenblicker bei der Auberginenernte.
Links: Zwei halbverhungerte Pferde auf dem Bush-Camp Glen Erin.

Bis jetzt.

Doch das möchte ich ändern! Neben den Geschichten und Anekdoten, die ich schon vor Jahren aufgeschrieben habe, wird es weitere Reiseerzählungen geben, an denen ich gerade mit Hilfe der oben aufgeführten Gedächtnisfrischhalter feile und die ich zu einem zweistündigen Hörbuch verarbeiten möchte. Nach den Australien-Hörreisen im Ohrenblicke-Podcast und dem Live-Hörspiel „Das Schweigen der Unsichtbaren“, das uns noch letztes Jahr in ein fiktives Australien entführte, soll diese auditive und autobiographische Australienreise den vorläufigen Abschluss meiner „australischen Phase“ bilden. 12 Jahre sind eine schöne Zeitspanne, um mich auch mal selbst zu fragen, wie mich dieses Jahr geprägt hat und inwieweit das Thema Australien in meinem jetzigen Leben, in dem sich gerade viel verändert, noch eine Rolle spielt.

Da ich eine Lesetour durch ganz Deutschland plane (Veranstalter können sich gerne an mich wenden), möchte ich meinen Zuhörern auch etwas Greifbares zum Mitnehmen bieten, eine Hörbuch-CD! Die Audioproduktion kann ich selber stemmen, aber die Pressung, die Grafik und der Druck kosten Geld, das ich nicht habe. Daher habe ich ein Crowdfunding-Projekt gestartet, das bereits sehr gut angelaufen ist. Ab sofort könnt ihr die Doppel-CD, den MP3-Download oder eine andere „Belohnung“ vorbestellen und damit das Projekt unterstützen. Ich werde mich dann anstrengen, dass alles pünktlich unter dem Tannenbaum liegt (ja, so lange ist es wirklich nicht mehr hin!)

Alle Infos findet ihr auf meiner Projektseite auf der Plattform crowdfans.de. Ich würde mich freuen, wenn ihr die Aktion unterstützt, um mit mir noch einmal in das Australien meiner Erinnerungen zu reisen!

Für Menschen aus Köln und Umgebung: Am Sonntag, den 5. Oktober lese ich aus meinen Australiengeschichten im Kulturbunker. Mit im Reisegepäck ist meine Ukulele und ein paar Lieder. Der Beginn ist 18 Uhr. Ich würde mich freuen, wenn ihr dabei seid!