Der Sommer 2006 war schon ein Sommer zum Knutschen: Das Wetter war traumhaft, die WM lockte Fußballfans aus aller Welt nach Deutschland und euer Ohrenblicker, der sich zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht so nannte, plante seinen ersten Podcast. Aber da gab es noch etwas, das jenen Sommer für mich von allen anderen Sommern unterscheidet: Ich kaufte meine erste Ukulele, die schon von Anfang an zu einem treuen Begleiter wurde und das im doppelten Wortsinn. Keinen freien Nachmittag im Park verbrachte ich ohne meine kleine Ukulele, was mir einmal die Bekanntschaft einer kleinen Russin und ihrer Großeltern einbrachte. Sie luden mich, der ich auf meiner Decke einsam ein paar Weisen vor mich hinzupfte, zum Picknick ein, weil die Kleine wissen wollte, was das für ein Instrument sei. Das Mädchen verstand kein Wort Deutsch, aber die Sprache der Musik ist ja bekanntlich eine universelle, der Opa betätigte sich als Dolmetscher und es wurde ein vergnüglicher Tag.

Ukulelenfamilie macht es sich auf dem Sofa bequemEine Ukulele ist wie ein Hund: Man hat sie immer dabei, sie fördert die Geselligkeit, macht gute Laune und man kann mit ihr auch Einbrecher verjagen, wenn man nur falsch genug singt. Im Unterschied zum Vierbeiner hat der Viersaiter allerdings den Vorteil, dass er keine Steuern kostet, nicht geimpft werden muss und auch nicht auf den Gehweg kackt. Die Ukulele entwickelt sich langsam aber sicher zum Volksinstrument, denn sie ist nicht nur einfach zu erlernen, sie ist auch durch den relativ niedrigen Preis wirtschaftskrisentauglich – brauchbare Ukulelen gibt es schon ab 50 Euro. Inzwischen gibt es mit dem Leleland den ersten Ukulelenladen in Berlin und beim monatlichen Stammtisch treffen sich inzwischen an die 20 Ukulelenbegeisterte, die gemeinsam um die Wette ukeln. Der 1. Deutsche Ukulelenclub hat mittlerweile über 2.000 registrierte Mitglieder und Izrael Kamakawiwo’oles Version von „Somewhere over the Rainbow“ ist nach 17 Jahren auch in Deutschland erhältlich und stürmte sofort die deutschen Pop-Charts – keine Frage, Deutschland ist im Ukulelenfieber!

Im Sommer 2008 komponierte ich als Liebeserklärung an den kleinen Racker den Song „Meine kleine Ukulele“, der in meiner berüchtigten Ohrenblicke-Folge 14 in einem aufwändigen Arrangement zu hören und seitdem auch zusammen mit weiteren Musikstücken aus der Folge in meinem Downloadshop erhältlich ist. Seitdem höre ich, ob in der Kneipe, auf Feiern, Ukulelentreffen oder bei anderen Anlässen immer wieder diesen Satz, der mit „Spiel doch noch mal …“ anfängt und mit „Meine kleine Ukulele“ aufhört. Ich gebe zu, für manche Songs lässt die Euphorie ein wenig nach, wenn man sie gefühlte 1.000 mal gespielt hat, doch im Grunde mache ich das gern, denn meist blickt man beim Singen in fröhliche Gesichter, bekommt Applaus und manchmal sogar sein Bier bezahlt.

Damit auch ihr das mal ausprobieren könnt, habe ich nun endlich den Text aufgeschrieben und mit Akkorden und Ukulelengriffbildern ergänzt. Wer „Meine kleine Ukulele“ spielen möchte, sollte allerdings schon ein paar Kenntnisse im Ukulelenspiel mitbringen, denn es gibt ein paar schnelle Wechsel und Jazzakkorde. Anfängern empfehle ich, sich mal auf den Seiten des Ukulelenclubs umzusehen.

Viel Spaß beim Ukeln!

Download: Meine kleine Ukulele (PDF)