Technische Fakten zur Hörspiel-Panne von EUROPA

1. Juni 2010 | Kategorie: LESEN

Meine kleine Satire über die verkorkste Tonqualität des Erzählers aus der Folge 138 der Reihe “Die drei Fragezeichen” hat in der Hörspiel-Fanszene ein großes Echo ausgelöst. Der Besucheransturm auf meinen Blog-Artikel und die vielen positiven Reaktionen haben mich schon ein wenig überwältigt und mir wurde bewusst, dass die fragwürdige Kundenpolitik von EUROPA nur ein Schuss ins eigene Knie sein kann. Die Hörspielfans sind in verschiedenen Communitys vernetzt und Neuigkeiten verbreiten sich schneller als Justus sich auch nur an der Nase kratzen kann.

Inzwischen hat sich EUROPA dazu bereit erklärt, die Hörspiel-CDs auszutauschen und das anfallende Porto rückzuerstatten. Nachdem man zunächst geleugnet hat, dass die Qualitätsmängel auch die CDs betreffen würden, gesteht man nun ein, dass im Vergleich zu anderen Hörspielen der drei Fragezeichen “Unterschiede im Klangbild nachweisbar” seien. Dieser zumindest leichte Sinneswandel ist sicher auf die zahlreichen Beschwerden der Fans zurückzuführen und vielleicht hat mein Artikel, in dem ich ein paar technische Fakten eingeflochten habe, auch seinen Teil dazu beigetragen, denn objektive Messergebnisse haben ein stärkeres Gewicht als die subjektive Wahrnehmung.

Trotzdem bleibt ein schaler Nachgeschmack. Es ist ja nicht so, dass sich EUROPA bei den Fans entschuldigt hätte und den eindeutig nachweisbaren Fehler zugegeben hätte. Stattdessen liest man zwischen den Zeilen sogar einen beleidigten Unterton aufgrund der “teilweise sehr negativen Rückmeldungen” und redet die Panne schön: “Solche Abweichungen kann es bei lebendigen Produktionen geben.”

Kann es das wirklich? Wer keine tontechnischen Kenntnisse besitzt, der mag sich mit solchen Ausreden zufriedengeben. Wer, wie ich, selbst Audioproduktionen durchführt, der fühlt sich durch solche Aussagen gelinde gesagt veräppelt, aber auch provoziert. Der etwas lang geratenen Geschichte aus dem ersten Artikel folgen nun ein paar nüchterne Fakten.

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Haut EUROPA “Drei Fragezeichen”-Fans übers Ohr?

30. Mai 2010 | Kategorie: LESEN

Die Abenteuer der drei Detektive Justus, Peter und Bob begeistern nun schon seit über 30 Jahren Hörspielfans unterschiedlicher Altersstufen. In den 80er Jahren wuchs eine Generation von Kassettenkindern heran, die auch heute im Erwachsenenalter noch einen regelrechten Fan-Kult betreibt: Die drei Fragezeichen haben inzwischen 138 Fälle gelöst und ein Ende ist nicht abzusehen. Während man damals im Kinderzimmer mit einem quäkigen Kassettenrekorder problemlos ins Land der Fantasie reisen konnte, ist man heute als Erwachsener weitaus kritischer, was die Beurteilung der Klangqualität eines Hörspiels betrifft.

Folge 138 der drei Fragezeichen unter die Lupe genommen.

Folge 138 der drei Fragezeichen unter die Lupe genommen.

Das bekommt derzeit das Hörspiellabel EUROPA zu spüren, das seit 2004 zum Sony Music Konzern gehört: In diversen Foren werden Stimmen laut, die Tonqualität der jüngsten Folge „Die geheime Treppe“ würde Mängel aufweisen. Die Erzählerstimme von Thomas Fritsch sei dumpf und würde unangenehm aus dem Klangbild herausfallen. EUROPA hat daraufhin auf seiner Website eine Stellungnahme abgegeben, die Stirnrunzeln und Empörung auslöste: Betroffen sei nur die Download-Version, nicht aber die CD. Entspricht diese Aussage der Wahrheit oder ist es nur ein verzweifelter Versuch von Seiten des Hörspiellabels, eine peinliche Panne zu verharmlosen und die Kosten für eine neue Mischung und die daraus resultierende Neuauflage zu sparen?

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Ohrenblicke und Hörbehinderung – ein Widerspruch?

24. Mai 2010 | Kategorie: LESEN

Ich erinnere mich dunkel an eine Filmkomödie, die ich irgendwann in den 80ern gesehen habe, sie hieß “Die Glücksritter”. Die Protagonisten waren ein Gehörloser und ein Blinder, die sich gegenseitig perfekt ergänzten und somit trotz ihrer Behinderung den Gegnern überlegen waren. Was im Hollywoodfilm gut funktioniert, kann im echten Leben Probleme mit sich bringen: Die Welt eines Blinden stellt sich völlig anders dar als die eines Gehörlosen – der Blinde stößt vor allem im praktischen Alltag auf Hürden, während beim Gehörlosen eher die Kommunikation das größte Problem ist. Letztere ist aber Voraussetzung für eine erfolgreiche Teamarbeit.

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Nur ein Ohrenblick: Blindenfußball vorm Reichstag

23. Mai 2010 | Kategorie: HÖREN, Nur ein Ohrenblick

Rasselball und “Voy!”-Rufe – ich belausche die Spieler der Nationalmannschaft des deutschen Blindenfußballs bei ihrer Vorbereitung auf das Spiel gegen die Türkei vor dem Reichstagsgebäude in Berlin. Dabei gehen mir Gedanken über die Subjektivität unserer Wahrnehmung durch den Kopf. Als kleine Zugabe mache ich mich am Schluss für meine Hörer zum Kasper, indem ich versuche blind auf ein Tor zu schießen.

Blindenfußball-Länderspiel Deutschland gegen Türkei am 20. Mai 2010 vor dem Reichstag

Blindenfußball-Länderspiel Deutschland gegen die Türkei am 20. Mai 2010 vor dem Reichstag

Für Hörbehinderte gibt es diese Ohrenblicke-Folge zum Lesen im PDF-Format:
Download PDF “Nur ein Ohrenblick: Blindenfußball vorm Reichstag”

Hinweis: Das hier ist nur eine kurze Momentaufnahme und ein Denkanstoß vor dem Anstoß. Eine ausführliche Reportage über das Spiel und die Faszination des Blindenfußballs gibt es demnächst im Ohrenblicke-Podcast!

Flattr-Wochen bei Ohrenblicke

18. Mai 2010 | Kategorie: LESEN

Ich bin neuen Diensten im Internet gegenüber prinzipiell skeptisch eingestellt, das ist so eine Macke von mir. Ich habe beispielsweise lange gebraucht, um Twitter richtig zu nutzen und lieben zu lernen. Doch, inzwischen mag ich diese interaktive Klatschspalte, bei der man in einem Haufen von Belanglosigkeit hin und wieder ein paar Goldstückchen findet und die in punkto Verbreitungsgeschwindigkeit von Neuigkeiten (ob wichtig oder unwichtig) neue Maßstäbe setzt.

Beim neuen Dienst Flattr möchte ich diesmal nicht zögern und bereits in der Beta-Phase mit dabei sein – auch wenn Internet-Startups mit Vokalschwund vor dem “r” und dem Namenszusatz “beta” inzwischen beinahe was Antiquiertes haben. Ich gebe zu, dass ich den Sinn hinter Flattr noch nicht so ganz verstehe: Ich zahle jeden Monat einen bestimmten Betrag, den ich auf verschiedene Betreiber von Webseiten, die mir gefallen, aufteile und kann dabei gleichzeitig meine eigene Website mit Buttons ausstatten, mit deren Hilfe andere “Flattrer” mir Geld zukommen lassen können. Ist Flattr also eine fröhliche Geldhinundherschieberei zwischen Bloggern, bei der am Ende für jeden Null rauskommt? Nicht ganz, denn die Betreiber von Flattr ziehen noch eine Gebühr von 10% ab. Aha!

Okay, wo ist der Witz an der Sache, Herr Ohrenblickr, Verzeihung, Ohrenblicker? Wie einst ein deutscher Kaiser sprach: Schaunmermal! Die lang gesuchte Möglichkeit ein Internetprojekt werbefrei zu finanzieren wird uns mit Flattr sicher nicht beschert. Aber vielleicht entstehen daraus neue Möglichkeiten, mit denen wir im Moment noch nicht rechnen. Und zumindest kann ich dann sagen: Ich war von Anfang an dabei!

Mehr über Flattr und wie auch du dabei sein kannst, erfährst du auf meiner Hilfe-Seite über Flattr. Andere Flattrer, die sich bislang geoutet haben sind u.a. Johnny Häusler von Spreeblick, Annik Rubens vom Podcast Schlaflos in München, Enno Park vom Blog YuccaTreePost und Deef Pirmasens von der Gefühlskonserve. Wenn auch du flattrst (Vokale sind echt überbewertet), dann schreib doch einen Kommentar. Vielleicht klick ich ja auf deinen Button!

Update
Flattr wird offenbar zur neuen Trendsportart, weitere Podcaster machen die Flattr: Sehr schön hat Der Dübel das Prinzip von Flattr anhand von Grillwürstchen erklärt, außerdem flattrn jetzt auch Meiky und Philipp Wimmer.

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